Beethoven IX. zur Saisoneröffnung in Messina 5
Solisten von Beethoven 9. Symphonie mit Matthias Fletzberger

„Gestern Abend fand das erste, mit großer Spannung erwartete Konzert der Saison im Vittorio Emanuele in Messina statt: Die letzte und berühmteste aller Beethoven-Sinfonien, die 9. „Chorsinfonie“ in d-Moll, op. 125, wurde aufgeführt.

Es muss die gute Leistung des Orchesters des Teatro Vittorio Emanuele hervorgehoben werden, das absolut in der Lage war, einem solchen musikalischen „Giganten“ zu begegnen. Ebenso sei der ausgezeichnete Chor „F. Cilea“, unter der Leitung von Bruno Tirotta, sowie die talentierten Solisten Liene Kinc (Sopran), Stepanka Pucalkova (Mezzosopran), A.J. Glueckert (Tenor) und Thomas J. Mayer (Bariton) gewürdigt. Ein besonderes Lob gilt dem Dirigenten Matthias Fletzberger, der bereits mehrfach Gast in unserem Theater war und stets exzellente Ergebnisse erzielte; es scheint fast, als hätte das Orchester von Messina unter seiner Leitung einen besonderen Antrieb.

Vor vielen Jahren wurde das Thema der Ode von Schiller von der Europäischen Union als eigene Hymne gewählt, um die grundlegenden Werte der Union zu feiern: Brüderlichkeit, Solidarität, Frieden und Freude. Beethoven glaubte fest an die menschliche Brüderlichkeit: „Diesen Kuss der ganzen Welt! Brüder, über’m Sternezelt“ (Umarmt euch, ihr Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt).“

(Tempostretto, Giovanni Francio | Montag 06 Oktober 2025)

„Es gereicht dem Orchester des Teatro Vittorio Emanuele von Messina besonders zur Ehre, dass es im Gedenken an Genziana D’Anna einen der Höhepunkte seiner über dreißigjährigen Geschichte erreichte, insbesondere im wunderbaren Adagio des dritten Satzes, in dem sich die Kontraste der ersten beiden Sätze in reinen Gesang auflösen. Gerade die Streicher – ihre Streicher – vermittelten eine seltene, zutiefst bewegende und berührende Klarheit des Ausdrucks. Den Rest vollbrachte Fletzberger am Pult, indem er die schwindelerregenden Architekturen des ersten Satzes in nahezu wundersamem Gleichgewicht hielt, die Tempi des Scherzos dehnte, dessen rhythmische Impulse beinahe in ein Echo der Unausweichlichkeit verwandelte, und schließlich der Ode an die Freude ihre explosive Entfaltung überließ. Tief empfunden auch das großartige Quartett der deutschen Solisten – Liene Kinca, Stepanka Pucalkova, A. J. Glueckert und Thomas J. Mayer – sowie das geradezu unglaubliche Niveau des Lyrischen Chors „Francesco Cilea“, der mittlerweile ein professionelles Niveau erreicht hat, das man kaum höher loben könnte“

(Gazeta del Sud, Giuseppe Tumino, 07. Oktober 2025)